Meine Schwester Berta hat mir gestern geschrieben!
(Kommmentare 29. Juni)
| Ich bin der grosse, böse Wolf! |
Liebe Berta!
Die Menschenerziehung geht prinzipiell sehr leicht - man muss nur penetrant sein.
Ich, zum Beispiel, bestehe täglich auf ausgiebige Zerrspieleinheiten.
Wie erreicht man das?
Man wartet bis der Mensch eine Ruhephase eingenommen hat, dann bellt man ihn so lange an, bis sich was tut. (Ich kann das mehrere Minuten lang).
Bevor dem Menschen die Ohren platzen (Ignoranz funktioniert bei meiner Ausdauer nicht), wird er reagieren.
Menschen reagieren auf verschiedene Arten:
entweder es geschieht das, was ich will, also der Mensch hält den zu zerrenden Gegenstand und spielt mit (und ich kann - genau wie du auch - sehr, sehr lange zerren und gebe nicht auf), oder man erweckt irrtümlich das Raubtier im Menschen - dann musst du schnell sein, sonst wirst du gebissen und die Spielfreude ist erstmal dahin.
Ich habe seit einigen Tagen begonnen Phase 2 einzuleiten, wenn das Bellen nichts bringt: Kleine, aber sehr provokante, angedeutete Bisse sind super - aber, wie gesagt, vorsicht, wenn der Mensch auszuckt, denn dann fährst du schneller wieder runter als dir lieb ist.
Sollte der Mensch zum Raubtier werden, musst du sofort laut quietschen, das weckt den Beschützerinstinkt, und der Mensch lässt ab.
Relativ enttäuschend für meine Dominanz ist dann aber doch, dass mein Mensch immer wieder sagt, dass das super ist, dass ich eine so extrem ausgeprägte Wild-Wolf-Seite an mir habe.
Dadurch hält man mich für kontrollierbarer, denn desto stärker der Trieb desto kontrollierbarer der Hund ist die für mich enttäuschende Theorie.
Meine Wolf-Seite ist sogar viel ausgeprägter als die von der Calzi, und die ist immerhin die Tochter von Leon von der Staatsmacht. - und das hättest du von mir als Baby nicht geglaubt, Berta, oder? Denn da warst du immer schon die Wilde und ich sehr zurückhaltend.
Ich kann dir auf jeden Fall nur raten, geh immer an die Grenze, provozier so viel du kannst, aber sei nicht enttäuscht, wenn dein Mensch die Kontrolle darüber erlangt.











