Dienstag, 7. April 2020

4. April 2020

Heute hat uns mein Bruder Isegrim verlassen.

Vor 10 Tagen - an einem Donnerstag - fing es damit an, dass er sein Essen gespieben hat.
Das ist nicht unbedingt außergewöhnlich und bereitete noch keine Sorgen.
Als er dann aber bis Sonntag strikt jedes Essen verweigerte, läutete man am Sonntag unseren Tierarzt aus seiner Gemütlichkeit.
Dieser blickte in den Hals und erkannte eine Halsentzündung, wie sie momentan bei Hundekollegen herumgeistert.
Der Isegrim bekam Antibiotika und ein Schmerzmittel.

Ab da war er kurzfristig - für einen Tag - für etwas flüssige Nahrung zugänglich.
Am Dienstag verweigerte er auch die Flüssignahrung und man musste wieder zum Tierarzt.
Diesmal spritzte der Tierarzt Cortison, was dazu führte, dass der Isegrim am Mittwoch sehr munter war, Kong spielte und wieder ein bißchen Milch trank. Feste Nahrung verweigerte er weiterhin.

Am Donnerstag Abend dann der große Einbruch.
Der Isegrim wurde bei jeder Bewegung von einem Würgreiz begleitet, hatte Nervenreaktionen an den Gesichtsnerven und war mittlerweile sehr schwach.

Also gings ab zum Tierarzt zur Blutabnahme.
Das Ergebnis sollte am Samstag da sein.

Wieder gab es Cortison, aber das verbesserte nichts mehr.
Der Isegrim ging wankend wie ein 14jähriger Hund und musste bei den Stiegen am Brustgeschirr getragen werden. Auch ins Auto konnte er nicht mehr alleine einsteigen.

Für Samstag Vormittag war ein nächster Termin mit dem Tierarzt vereinbart.
Man stand also ungewohnt früh auf.
Der Isegrim hatte im Schlafzimmer übernachtet und als er aufstand und aufs Clo gehen wollte, fiel er nach ein paar Schritten zur Seite und war ein einziger Krampf.
Man brauchte 2 Schrecksekunden, um zu bemerken, dass das ein epileptischer Anfall war und schaffte es gerade noch, die Zunge in den Mund zu stopfen, bevor der Mund zusammengepresst zuging.
Der Tierarzt wurde angerufen und war in 2 Minuten da.
Da war der Krampf auch schon fast vorbei und der Isegrim in einem diesigen Bewusstsein.
Man selbst stand unter Schock und der Isegrim bekam intravenöses Valium, worauf sich seine Vorderpfoten endlich entkrampften.

Der Tierarzt hatte einen OP-Termin und versprach, ab 13h wieder hier zu sein.

In dieser Zwischenzeit bemerkte man, dass der Isegrim abgeschlossen hatte, nicht mehr wollte und irgendwie auch nicht mehr da war und stellte sich auf ein Abschied nehmen ein.

Der Tierarzt kam dann mit dem ersten Zwischenergebnis des Bluttests - Isegrims Leber war komplett kaputt - bei einem so jungen Hund konnte es nur Krebs sein.

Geschockt, unter Tränen entschied man sich für die Einschläferung.

Der Tierarzt legte am Hinterbein die Vene frei.
In diesem Moment nahm der Isegrim seine letzte Kraft zusammen, hob seinen Kopf und schleckte unserem Menschen das Gesicht ab bis er bewusstlos wurde und schließlich in den Armen unseres Menschen starb.

Eine Stunde später rief der Tierarzt an, weil das Endergebnis der Blutuntersuchung da war: Fast alle Hauptorgane funktionierten nicht mehr, er war offensichtlich vom Krebs zerfressen.

Wie immer liess man den Leichnam einen Tag bei uns, damit wir uns verabschieden konnten.
Der Rasti war anfangs sehr verwirrt, wurde dann aber friedlich und sehr ruhig, was unter anderem auch an der Nemesis liegt, die eine sehr beruhigende Wirkung auf ihn hat und mit der Situation gut umgehen konnte.

Bis auf die letzten 10 Tage war der Isegrim putzmunter, lebensfroh, verspielt und verfressen.
Zum Glück ging es am Ende dann so schnell und er musste nicht lange leiden.

Anbei seine letzten Fotos:







Das letzte Foto, bevor der Tierarzt kam


Jeder, der unser Rudel je verlassen hat, bleibt in unseren Herzen.
Beim Isegrim wissen wir, dass er wiederkommt.
Auf Manus Instinkte können wir uns da beim I-Wurf verlassen.




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