Samstag, 13. Juli 2019

12. Juli 2019

Tag 3 der Hundezusammenführung.

Der Jasper hat sich auch diesmal alles Erlernte gemerkt und direkt da weitergemacht, wo er gestern aufgehört hat.
Man ging also spazieren und er führte von Beginn an souverän, wie man an den Bildern erkennen kann.

ein stolzer Rudelführer

Ruhe und Beharrlichkeit, so mache ich es auch immer

gemeinsames Schnüffeln

Die Pinkie hat sich innerlich fallenlassen und kurzfristig auch immer wieder ihren Jagdtrieb aufgegeben. Doch sie hat hin und her geschwankt. Mal war sie innerlich ruhig, dann wieder innerlich unruhig und hat an der Leine herumgezerrt.
Der Jasper zog sein Schema beinhart durch und blieb fest in seiner Rudelposition, an ihm lag es nicht.

Man stand vor einem Rätsel, weil das Anerkennen eines Rudelführers normalerweise keine weiteren Schwankungen beinhaltet. (Das sieht man oft bei mir beim Spazierengehen - sobald sich andere Hunde entschließen, mir zu folgen, ändert sich an diesem Verhalten nichts mehr.)
Also ging man wieder nach Hause, um nachzudenken, wo die Fehlerquelle liegen könnte.

Man schlug dann vor, die Pinkie selbst an die Leine zu nehmen und die Gaubitschverwalterin würde mit dem Jasper nachkommen.

Und da ist die Pinkie eskaliert. Als sie die Gaubitschverwalterin von weitem sah, hat sie einen hysterischen Veitstanz aufgeführt, um sich aus Geschirr und Halsband zu winden, dabei laut herumgeschrien. Der Versuch wurde somit abgebrochen bevor er begonnen hat.

Jetzt lag das Problem klar auf der Hand: die Pinkie hat einen Welpen adoptiert, den sie beschützt.
Der Welpe ist zwar optisch anders geraten als der Durchschnittswelpe, ist also über 1,60m gross und wiegt (das darf ich nicht sagen...), aber für die Pinkie ist das alles ganz normal.

Die Pinkie würde also ihren Riesenwelpen jederzeit vor dem Jasper beschützen, wenn sie der Meinung ist, dass das notwendig ist - und dann haben die beiden Hunde miteinander ein Problem, denn der Jasper wird sich als Alpha-Hund nur kurz korrigieren lassen und keinesfalls zurückstecken.

Das Projekt "Hunde-Zusammenführung" war somit einerseits erfolgreich abgehakt, weil der Jasper seine Stellung eingenommen hat und sich beide gut verstehen, andererseits nicht zum Ziel zu bringen, da beide Hunde ein Team bilden müssen.
Nur Freundschaft oder Akzeptieren reicht nicht aus, um zu garantieren, dass Streitereien unblutig bleiben.

Also begann Phase II - die Pinkie muss Führung akzeptieren - durch Menschen und somit auch durch Hunde.

Man nahm das Katastrophentier also an die Leine und ging mit ihr zum Feld der vielen Ohren - das ist ein Feld voller Hasen, wo man die Pinkie normalerweise nicht halten kann, weil sie jagen will und sich wie eine Wildsau auf Drogen gebärdet.

Nach wenigen Minuten war der Jagdtrieb weg, weil man der Pinkie in Hundesprache vermitteln konnte, dass man die Jagd ab jetzt leitet.
Dann ging man nochmal den gleichen Weg und hat den Riesenwelpen mitgenommen. Auch da klappte es gut bis auf ein einmaliges, kleines Losstarten von der Pinkie.

Die Pinkie wird jetzt also in den nächsten Tagen mit "Wolfflüstern" umgemodelt und man bildet sich auch diesmal wieder ein, selbiges hinzukriegen.


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